Ist Silikat-Fassadenfarbe schädlich für ein Airlessgerät?
Diese Frage wird uns von unseren Kunden sehr häufig gestellt und wir können sie nur mit einem klaren „Jein“ beantworten.
Vor kurzem begleiteten wir einen Kunden, der ein großes Fassadenprojekt in Berlin realisieren sollte. Bereits bei der Planung unterstützten wir den Maler bei der Auswahl der richtigen Airlesstechnik.
Der Kunde verfügte über einen großen Maschinenpark und bat uns um eine Empfehlung, welches Gerät sich für dieses Projekt am besten eignet.
Bei der Verarbeitung von Silikat-Fassadenfarben, häufig von der Firma KEIM Farben, sollte immer das jeweilige technische Datenblatt für die Auswahl der passenden Spritztechnik herangezogen werden.
Nach unserer Erfahrung sollten dabei folgende Punkte unbedingt beachtet werden:
• Bei langen Schläuchen große Schlauchquerschnitte verwenden.
• Große Pumpen mit hoher Förderleistung einsetzen, damit mit einer geringeren Anzahl an Arbeitshüben gearbeitet wird.
• Mit möglichst geringem Arbeitsdruck spritzen, um Ventile, Düsen und Entlastungsventile zu schonen.
• Den erhöhten Verschleiß der Spritztechnik bereits in die Projektkalkulation einbeziehen.
Unser Kunde setzte nach unserer Empfehlung eine Graco Mark X ein, da es die leistungsstärkste Kolbenpumpe seines Maschinenparks war.
Trotz dieser richtigen Entscheidung mussten nach Abschluss der Arbeiten beide Ventile der Unterpumpe sowie die Dichtungen ersetzt werden, da die Silikatfarbe deutliche Verschleißspuren hinterlassen hatte.
Auf unseren Fotos erkennt man deutlich, wie tief die Kugeln in den verschlissenen Ventilen im Vergleich zu neuen Ventilen bereits eingelaufen sind.
Das bedeutet nicht, dass die Anlage sofort unbrauchbar ist. Allerdings neigen die Kugeln schneller zum Anhaften und das Spritzbild beginnt stärker zu pulsieren.
Die komplette Reparatur kostete rund 800 €. Glücklicherweise hatte der Maler diese Kosten bereits in seine Projektkalkulation aufgenommen und für die Arbeiten seine größte, technisch einwandfreie Airlessanlage eingesetzt, die bereits über viele Betriebsstunden verfügte.
Die Reparaturkosten sollten dabei nicht nur auf dieses einzelne Projekt bezogen werden, sondern auf die gesamte Nutzungsdauer der Maschine.
Fazit
Der Einsatz eines Airlessgerätes zum Aufsprühen von Silikat-Fassadenfarben lohnt sich bei größeren Projekten auf jeden Fall.
Wichtig ist jedoch, den erhöhten Verschleiß an Ventilen, Dichtungen und der Airlesspistole bereits bei der Kalkulation des Projektes zu berücksichtigen.
Warum eigentlich „Jein“?
Ja, Silikatfarbe kann für ein Airlessgerät schädlich sein, wenn der erhöhte Verschleiß bei der Planung des Projektes nicht berücksichtigt wird.
Nein, wenn man sich vorab technisch von einem Profi beraten lässt und den zusätzlichen Verschleiß einer Airlessanlage bereits in die Kalkulation mit einbezieht.